Die Voraussetzungen für erfolgreiche Straßensozialarbeit im Stadtteil sind gut funktionierende Jugendeinrichtungen, enge Zusammenarbeit mit Schulen, Ausbildungsprojekten, Beschäftigungsträgern, enge Vernetzung mit allen sozialen Einrichtungen im Stadtteil und die Vorhaltung von kurzfristigen Übernachtungsmöglichkeiten für obdachlos gewordene Jugendliche zur Vermeidung von Straßenkinderdasein.
Die Straßensozialarbeit wurde 1980-1984 als Modellprojekt
der Hamburgischen Bürgerschaft eingerichtet.
Bereits wenige Monate nach dem Start des Modellprojektes stellten die damaligen
Straßensozialarbeiter fest, daß als Handwerkszeug ihrer Arbeit
die Möglichkeit der Vorhaltung von Wohnraum zur kurzfristigen unbürokratischen
Aufnahme obdachlos gewordener Jugendlicher dringend notwendig war. In Verhandlungen
mit dem damaligen Sozialsenator Jan Ehlers, der Evangelischen Jugend Hamburg
als Träger und der SAGA wurde die Notwendigkeit der Einrichtung solcher
"Krisenwohnungen" für das Modellprojekt Straßensozialarbeit
Rahlstedt anerkannt und umgesetzt.
Seit Dezember 1981 ("Jungswohnung") bzw. Juli 1982 ("Mädchenwohnung")
gehören zwei 3-Zimmer-Wohnungen zur Ausstattung des Projektes Straßensozialarbeit
in Rahlstedt.
Bis 1998 wurden die beiden "Krisenwohnungen" nach
folgender Konzeption geführt: In jeder Wohnung lebte je ein(e) volljährige(r)
JugendgruppenleiterIn, der /die für die Regelung des Alltagslebens innerhalb
der Wohnungen zuständig war. Pro Wohnung standen 2 Krisenplätze
zur Verfügung. Für die sozialpädagogische Betreuung und Begleitung
der "Krisenjugendlichen" waren die KollegInnen der Straßensozialarbeit
bzw. der umliegenden Jugendeinrichtungen zuständig, die den jungen Menschen
in der jeweiligen Wohnung untergebracht hatten.
Die Zunahme von schweren familiären Krisen und die Häufung von Verhaltensauffälligkeiten
der "Krisenjugendlichen" einerseits und der zunehmende Mangel an
stabilen JugendgruppenleiterInnen mit gefestigter Lebensperspektive andererseits
machten ein konzeptionelles Umdenken die Führung der Wohnungen betreffend
nötig. Es war deutlich, das den Bedarfen der "Krisenjugendlichen"
entsprechend ausgebildetes hauptamtliches Personal speziell zur Betreuung
der in den Wohnungen aufgenommenen Jugendlichen notwendig geworden war.
Da sich vorerst in der Freien und Hansestadt keinerlei Möglichkeit abzeichnete,
diesen veränderten Bedarfen Rechnung zu tragen, jedoch dringender Handlungsbedarf
bestand, wagte die Straßensozialarbeit ein Experiment und ging eine
Kooperation zur Betreuung der Wohnungen mit einem HZE-Träger ein (03.03.98-30.04.99).
Diese Kooperation mußte wieder aufgegeben werden, da zum einen der Träger
von seiner Struktur her nicht in der Lage war, die stadtteilorientierte Unterbringung
der Jugendlichen aus unseren Vierteln zu gewährleisten und zum anderen
die Begrenztheit flexibler Betreuung zur Folge hatte, daß die Mietverhältnisse
durch Zerstörungen und überhandnehmenden Lärm bedroht waren.
Streetlife e.V. beantragte 2 ABM-Stellen zur Betreuung und Begleitung der Jugendlichen in den "Krisenwohnungen". Zum 01.05.99 wurden die ABM-Stellen bewilligt und besetzt.
Im April/Mai 1999 beteiligte sich Streetlife e.V. als Träger der Straßensozialarbeit Rahlstedt an der Ausschreibung für Modellprojekte zur flexiblen familiären Krisenintervention. Seit 01.03.2000 sind die Gästewohnungen im Schlupfloch eines von 5 Modellprojekten der Freien und Hansestadt Hamburg zur flexiblen familiären Krisenintervention.
Ab Januar 2004 soll das Projekt im Rahmen der Weiterentwicklung
der Jugendhilfe in die Regie des Bezirkes Wandsbek übergehen. Die Entscheidung
wird der Jugendhilfeausschuß
Wandsbek im Spätherbst fällen.