zum Förderantrag " lokale Aktionspläne für Toleranz und Demokratie "
im Rahmen der Programmplattform
" Entwicklung und Chancen junger Menschen in sozialen Brennpunkten "

Abschlußbericht für das Kinder - und Jugendmusikprojekt


" Hip Hop & Rap
gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus "

im sozialen Brennpunkt Großlohe, Hamburg

Ausgangslage und Problemstellung

Großlohe ist ein sozialer Brennpunkt im Osten Hamburgs.
Die Bebauung besteht überwiegend aus typischen Plattenbausiedlungen der 60er Jahre. In diesem Sozialbauwohnungsviertel leben seit der Hamburger Flutkatastrophe im Jahr 1962 überwiegend sozial Schwache und ausgegrenzte Mitbürger zusammen. Derzeit finden sich über 15 Nationalitäten in der BewohnerInnenstruktur.
Seit dem Kosowokrieg mußte das Viertel eine beträchtliche Anzahl von Kosoworoma aufnehmen und mit den vielschichtigen Problemen der Zugereisten umgehen. Diese Romafamilien leben überwiegend in der Obdachlosen - Wohnunterkunft des Viertels.
Insgesamt gibt es in Großlohe einen nicht zu vernachlässigenden Anteil von Menschen mit negativer Lebensmitteilung. Hier wird oft dem "Anderen", sei er Ausländer oder Fremder, die Schuld für das eigene Versagen gegeben. Die Knappheit von Ressourcen wird nicht gesamtgesellschaftlich gesehen, sondern an den jeweils unteren Randgruppen festgemacht.
Anfang der 90er Jahre grassierte immer mehr Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Viertel. Parallel dazu gab es durch die Belegungspolitik einen großen Zuwachs von ausländischen Mitbewohnern und deren Kindern. Fremdenfeindliche Haltungen und Aktionen häuften sich. Das Wahlverhalten der Großloher Bürger veränderte sich dramatisch. Das Wählerpotential für "Rechtsparteien" kann in Großlohe etwa doppelt so hoch eingeschätzt werden wie im Durchschnitt der Gesamtstadt.
Auch in den sozialen Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit veränderte sich das Publikum, es gab in der Folge schwere Auseinandersetzungen unter den unterschiedlichen Besuchergruppen. Daraus resultierten neue Aufgaben für die beteiligten PädagogInnen. Deeskalation, Information und Abbau von Angst und Hass gehören im wesentlichen dazu. Die Erfahrungen zeigen, dass besonders durch gezielte gemeinsame Veranstaltungen auf Dauer ein Klima friedlicher Koexistenz geschaffen werden kann.


 

Projektidee

Die Grundidee unseres Projekts ist

 


 

Projektziele

Leitziel

Sensibilisierung der Kinder und Jugendlichen zwischen 11 und 18 Jahren für das Thema Fremdenfeindlichkeit und Rassismus im Stadtteil Großlohe


Einzelne Ziele

 


Projektbeschreibung und Planung

Wir vom Projekt Streetlife e.V. sind der Meinung, dass Musik ein gutes Mittel ist, junge Menschen dichter zueinander zu bringen. Hip Hop und Rap bietet sich dabei insbesondere an, weil es eine nationalitätsübergreifend zugkräftige Musikrichtung ist, die wie Breakdance bei den Jugendlichen anerkannt und im Trend ist.
Also planten wir ein antirassistisches Hip Hop, Rap und Breakdance - Projekt mit Kindern und Jugendlichen aus Großlohe mit dem Höhepunkt eines Konzerts unter dem Titel "Großlohe Beats! Musik und Tanz gegen Fremdenfeindlichkeit".

Die ursprüngliche Planung war auf eine Gesamtdauer von 9 Monate angelegt. Dabei waren für die Anwärmphase, Auseinandersetzung und Ideenschmiede 4 Monate angesetzt, die anschließenden Proben sollten 5 Monate dauern.
Am Ende des Projekts sollten ein Abschlusskonzert und die Gesamtpräsentation der Ergebnisse stehen.
Die Ergebnisse sollten vielfältig dokumentiert werden:


Darstellung des Projektablaufs

Das Projekt war für eine Dauer von 9 Monaten konzipiert. Durch die verzögerte Bewilligung im Sommer 2001 verkürzte sich die Projektdauer auf 4 Monate in 2001.
Für die Vorbereitung und Durchführung des Abschlusskonzerts arbeiteten die beteiligten Gruppen bis in den Januar 2002 hinein.

Vorstellung - Werbung
Die Vorstellung der Projektidee erfolgte über Plakate, Flyer, Handzettel und Artikel in der Stadtteilzeitung. Es wurden Kinder und Jugendliche im Kirchenkeller Großlohe, dem Haus der Jugend und in der Wohnunterkunft angesprochen.
Da das Projektvorhaben seit Antragstellung auch in den Gremien und Arbeitsgruppen der Sozialarbeit vorgestellt wurde, transportierten auch KollegInnen dies an die Kinder und Jugendlichen weiter.
In den Schulen wurde das Projekt für alle SchülerInnen (ab 6. Klasse) in den Aulen von den Hip Hop - und Breakdancelehrern und von Streetlife präsentiert und vorgestellt.


Startphase (August bis Oktober 2001)
In zentraler Lage, im Kirchenkeller Großlohe (in unmittelbarer Nähe zum Einkaufszentrum, Post etc.) wurde einmal pro Woche sowohl ein Hip Hop- als auch ein Breakdancetreffen für alle interessierten Kinder und Jugendlichen angeboten(jeweils 4 Stunden am Spätnachmittag).
Diese Angebote waren ein Ereignis in Großlohe.
Im großen Raum des Kirchenkellers sahen sich nicht nur alle interessierten Kinder und Jugendlichen die Vorstellungen und Möglichkeiten von Hip Hop und Breakdance durch die Lehrer an, sondern auch Anwohner und Eltern interessierten sich. Die Roma - und Sintieltern brachten auch ihre Kleinkinder mit. Pro Treffen waren anfänglich in starker Fluktuation zwischen 60 und 80 Kinder, Jugendliche und sonstig Neugierige im Kirchenkeller.


Übungsphase und Projekterweiterung (November bis Dezember 2001)
Für die Hip Hop - und Breakdancelehrer stellte vor allem diese Zeit hohe Anforderungen an deren Belastbarkeit. Sie präsentierten anfänglich Musik und Breakdancefiguren, und motivierten Kinder und Jugendliche, selbst auszuprobieren und zu üben.
Der Arbeitsansatz und der politische Hintergrund des Projekts wurden wiederholt dargestellt.
Dies war mit dieser Masse von Interessierten und Neugierigen nicht einfach.
Zur Unterstützung der Teamer wurde eine Intensivtrainingseinheit zur Entspannung und Konzentration, zum Umgang mit dieser großen Gruppe, der Fluktuation, den unterschiedlichsten Erwartungen und zum Verhalten in Konfliktsituationen durchgeführt.
Die jungen TeamerInnen bekamen Unterstützung und Hilfe durch die Nachbereitungen im Anschluß an die Trainingseinheiten mit den Kindern und Jugendlichen.

Hip Hop
Ab Mitte November hatte sich aus der großen Gruppe der Interessierten eine kleinere Gruppe von Kindern und Jugendlichen herauskristallisiert, die regelmäßig an Texten arbeiteten und gemeinsam übten. Die gemischt - geschlechtliche Kerngruppe bestand aus bis 18 Kindern und Jugendlichen. Die Treffen fanden später nicht mehr im öffentlichen Raum für alle, sondern in den kleineren Räumlichkeiten des Kirchenkellers statt, wo störungsfrei geübt werden konnte.

Breakdance
Das Angebot für Breakdance fand weiterhin im großen Raum des Kirchenkellers Großlohe statt. Seit Anfang November war das Angebot nur noch in den ersten 2 Stunden offen für alle. In diesen ersten Stunden gibt es grundsätzlich die Möglichkeit zu schnuppern und sich auszuprobieren. Dies wurde von einer großen Anzahl von Kindern und Jugendlichen genutzt.
Danach wurde mit den dauerhaft Interessierten geübt. Beim Breakdance hat sich über die Einführung und Durchsetzung der Regeln ein faires Miteinander entwickelt, das jedem ermöglichte, seine Tanzeinlagen zu zeigen, ohne gehänselt zu werden. Jede Darbietung wurde von allen respektiert, geachtet und mit Beifall bedacht.
Es hatte sich hier eine Kerngruppe von 15 jungen Menschen zwischen 6 und 17 Jahren herausgebildet, die regelmäßig trainierte. 80% der Beteiligten waren Kosoworoma und Sintikinder und - Jugendliche, dazu kamen einige afrikanische, türkische und deutsche Kinder und Jugendliche.

Internet
Für die geplante Darstellung im Internet sind aus dem Kreis der Jugendlichen zwei längere Betroffenheitsartikel über alltäglichen Rassismus entstanden.
Sie sind wie die Texte einiger Musikstücke in die Internetseite von Streetlife e.V. gestellt worden.

Projekterweiterung: Sinti-Frauengesangsgruppe (Soul & Pop)
An den Proben in der Startphase nahm regelmäßig eine Gruppe von 7 - 8 jungen Sinti - Frauen mit ihren kleinen Kindern als Zuschauerinnen teil.
Sie wollten auch gern die Möglichkeit haben, sich öffentlich gegen Fremdenfeindlichkeit zu äußern und sich darzustellen. Sie wollten unbedingt auch etwas für ein friedliches Miteinander in Großlohe tun, und zwar in ihrer Musikrichtung.
Da Hip Hop & Rap und Breakdance nicht ihre Darstellungsformen waren und diese Zielgruppe den sonstigen Gruppenrahmen gesprengt hätten, wurde eine Gesangslehrerin für die Frauengruppe gesucht und gefunden.
Seit Anfang November übten und arbeiteten diese Frauen regelmäßig einmal wöchentlich an eigenen Texten und Musikstücken, die sie gemeinsam mit den anderen aufführen wollen.

Studioarbeit und Abschlussauftritt (Januar 2002)

Die Schlussphase des Projekts erstreckte sich bis in den Januar des folgenden Jahres hinein. Sie war gekennzeichnet von der Zusammenführung der einzelnen Elemente mit dem Ziel, sie in eine gemeinsame öffentliche Präsentation einzubinden und dadurch sowohl den Beteiligten als auch der Öffentlichkeit die gemeinsame Zielsetzung, nämlich die Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit noch einmal zu verdeutlichen.
Die Hip Hop Gruppe und die Frauengesangsgruppe bereiteten sich jeweils auf die Aufnahmen einiger Songs für die CD vor. Dazu mussten Lieder ausgewählt und zusammengestellt und besonders intensiv einstudiert werden. Dies erforderte zusätzliche Proben und ein noch höheres Maß an Verbindlichkeit im Hinblick auf Teilnahme und Engagement im Projekt.
Mehrere Termine in einem Altonaer Tonstudio waren für die Aufnahme und die Abmischung der Musikaufnahmen erforderlich.
Die Breakdance-Gruppe intensivierte die Probenarbeit im Hinblick auf die Abschlussveranstaltung und beschloss die Anschaffung von einheitlichen T-Shirts, um einen guten Gesamteindruck beim Auftritt zu erreichen.

Als Ort für die Durchführung der Veranstaltung wurde der Saal der Kirchengemeinde Großlohe ausgewählt. Er verfügt zwar nur über eine relativ kleine Bühne, bietet sich aber aufgrund seiner zentralen Lage im Viertel und seiner Nähe zu den Proberäumlichkeiten an. Der Saal wurde eigens für die Veranstaltung umdekoriert und mit einer professionellen Beschallungsanlage und Beleuchtungstechnik ausgestattet.
Durch Plakate, Zeitungsartikel und Mundpropaganda ist erreicht worden, dass am Veranstaltungstag über 150 BürgerInnen das Konzert besuchten, und zwar sowohl altersmäßig als auch von den Nationalitäten her gut gemischt.
Alle beteiligten Gruppen konnten ihre Ergebnisse in einem ansprechenden Rahmen präsentieren und sich nach rund 2 Stunden "Großlohe Beats! Musik und Tanz gegen Fremdenfeindlichkeit" ihren verdienten Applaus bei den begeisterten Zuschauerinnen abholen.


Was nicht durchgeführt werden konnte

"jamliner"-Einsatz
Das Projekt war für eine Dauer von 9 Monaten konzipiert. Durch die verzögerte Bewilligung im Sommer 2001, und die daraus verkürzte Projektdauer von 4 Monaten, konnte das rollende Tonstudio "jamliner" aus terminlichen Gründen leider nicht zum Einsatz gebracht werden.

Mädchenbeteiligung beim Breakdance
Leider hat es nicht geklappt, die interessierten Mädchen mit einzubinden. Es gibt in Hamburg nur wenige Breakdance - LehrerInnen, die in der Kürze der noch zur Verfügung stehenden Zeit ausnahmslos ausgebucht waren. In dem offenen Rahmen trauten sich nur wenige Mädchen, ein bisschen zu üben, blieben dann aber weg und fanden nicht die Unterstützung, die sich gebraucht hätten (intimere Übungsmöglichkeit und eine feste eigene Lehrerin).
Wir bedauern dies sehr.

Antirassistische Internetseite
Die Produktion einer "Internet-Pinnwand", konzipiert als Möglichkeit zum Austausch antirassistischer Meinungen und Infos im Internet, betreut durch eine feste Gruppe von Jugendlichen im Haus der Jugend Großlohe, konnte nicht verwirklicht werden.
Die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen, die im Haus der Jugend den Computerpool nutzen ( es sind überwiegend Zigeunerkinder) sind kleine Übungen und vor allem Spielen am Computer.
Das Bildungsniveau der Kinder und Jugendlichen verlangt für so ein Projekt eine kontinuierliche Betreuung durch eine Honorarkraft.

Antirassistischer Stammtisch
Die Installation eines antirassistischen Stammtisches mit Großloher Bürgern war trotz verschiedener Vorstellungen und Ansprachen der Straßensozialarbeiter im Viertel und in Gremien kein Erfolg.
Es gab in der Kürze der Zeit bei den Großloher Bürgern leider keine Resonanz bezüglich eines verbindlichen Gruppenangebots, aber sehr wohl Interesse an der thematischen Auseinandersetzung.
So ein Vorhaben benötigt eine längere Anlaufzeit und die Aussicht auf eine kontinuierliche Fortführung.

Schulprojekte
Leider war es in der Kürze der Zeit nicht möglich, die Lehrer zu motivieren, mit den Schülern Projekte gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus (geplant war die Einbeziehung auch der Kleinen mit Bildern und eigenen Texten) flankierend zu den Vorbereitungen zum Abschlusskonzert zu installieren.
Diese kreative kontinuierliche Auseinandersetzung war teilweise wegen der Festlegung der Kursangebote nicht mehr zu installieren, und hätte von Streetlife e.V. aus zusätzlich in den Klassen angeboten werden können, was wir aber wegen der begrenzten Zeit und der knappen Personalressourcen nicht leisten konnten.


Zielerreichung

Unser Ziel war, den Kindern und Jugendlichen die Chance zu eröffnen, über Fremdenfeindlichkeit und Rassismus miteinander zu reden und zu arbeiten.
Dies ist gelungen.
Vor allem nach den Septemberanschlägen und den anschließenden öffentlichen Diskussionen kamen Ängste, Kriegserinnerungen und Trauer der Kinder und Jugendlichen offen zur Sprache. Sie nutzten auch die gemeinsame Zeit, um in dieser großen Runde ihre Meinungen zur Ausländerpolitik, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, und zur grundsätzlich unsicheren Lebenslage von Flüchtlingen zu äußern.
Durch flächendeckende Plakatierung konnte gerade in der Wahlkampfzeit eine thematische Diskussion eröffnet werden, die von der Straße bis in die Haushalte und Kneipen hinein weitergeführt wurde.
Bezeichnend war, dass während des Wahlkampfs die Plakate der rechten Parteien regelmäßig zerstört wurden, während die Plakate, die auf das Projekt hinwiesen, unbeschädigt daneben hängen blieben.
Großlohe wurde von TeilnehmerInnen und TeamerInnen, die aus anderen Stadtteilen dazukamen, als Wohnviertel mit seinen Besonderheiten wahrgenommen. Dabei spielten sowohl die Probleme als auch die besonderen Möglichkeiten eine Rolle.


 

Wirkungen des Projekts

Bei den Kindern und Jugendlichen, die im Kirchenkeller Großlohe an den Trainings teilnahmen oder zuschauten, wurden Impulse gesetzt und ein Forum geschaffen, über Fremdenfeindlichkeit nachzudenken und sich auseinanderzusetzen. Das Projekt wurde genau registriert und bei einigen konnten auch Ängste abgebaut werden. Die TeilnehmerInnen bekamen mit, daß man selbst Texte schreiben kann oder Hilfe bekommt, um sich auszudrücken.
Kinder, die in der Schule eher zu der Schwächeren gehörten, konnten mit Breakdance - Leistungen glänzen, oder Hip Hop Texte schneller auswendig rappen als im Rahmen der Schule leistungsstärkere Schüler dies vermochten.

Die jungen Hip Hop - und BreakdancelehrerInnen setzten klare Regeln:
Ø Keine körperliche Gewalt!
Ø Wer streiten will, macht das verbal ab!
Ø Wer einen Vorsprung hat ( d.h. schon etwas Schwierigeres kann) muß es den/m Anderen zeigen und bei Wunsch vermitteln.
Ø Grundsätzlich wird für jede gezeigte Leistung applaudiert.
Durch das Vorbild, das Können, das ehrliche Engagement der jungen Hip Hop - und BreakdancelehrerInnen waren die Auseinandersetzungen um die Regeln ein erfolgreiches Lehrstück für ein friedliches Miteinander unterschiedlichster Nationalitäten.

Die regelmäßigen Großangebote ( pro Treffen 60 - 80 Kinder und Jugendliche in der Startphase über 2 Monate) haben viele Kinder und Jugendliche zusammengebracht, die sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Herkunft sonst eher gemieden oder mit unterschiedlichsten Mitteln auseinandergesetzt und bekämpft hätten.

Alle an den Vorbereitungen beteiligten Kinder und Jugendlichen und die Gruppe der jungen Sintifrauen sind stolz, daß sie die Möglichkeit zur Entwicklung, zum Üben und zur Darstellung ihrer Meinungen in Musik und Tanz erhalten. Dabei hat das Projekt einiges dazu beigetragen, sich von der Beliebigkeit offener Angebote ein Stück weit in Richtung kontinuierlicher Arbeit zu entwickeln.

Die Dokumentation durch Video, CD und Internet wird von ihnen (und auch von den Eltern, die uns ansprachen oder zuschauten) als wichtige und besondere Aufwertung empfunden.
Die Kinder und Jugendlichen aus Großlohe haben durch diese Medien die Möglichkeit erhalten, ihre Meinungen und Ansichten zu Fremdenfeindlichkeit zu artikulieren und sich selbst darzustellen.


 

Vernetzung


Ausblick / Nachfolgeprojekt

Bereits im Vorfeld der Umsetzung des Projekts konnten wir feststellen, dass es in der unmittelbaren Umgebung einige motivierte Jugendliche (etwa im Alter zwischen 14 und 16 Jahren) gab, die grundsätzlich sehr an der Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten als Hip-Hopper sowie an der Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus interessiert waren. Diese Jugendlichen waren jedoch nicht bereit, an diesem Projekt teilzunehmen, weil es in Großlohe angesiedelt war, und sie aufgrund von persönlichen Erfahrungen bzw. von Gerüchten Vorbehalte gegen den Ort des Projekts hatten.
Da wir sehr daran interessiert sind, auf den Erfolgen dieses Projekts aufzubauen und die begonnene Diskussion weiterzuführen, bietet sich aus unserer Sicht ein Nachfolgeprojekt an, das genau die dargestellte Zielgruppe anspricht und diese jungen Menschen aus den benachbarten Stadtteilen zusammenführt.
Als Ort für ein solches Projekt bietet sich entweder Rahlstedt-Ost oder Hohenhorst an. Eine Honorarfachkraft müsste dafür sorgen, dass ein regelmäßiger Austausch zustande kommt und die Jugendlichen die Möglichkeit bekommen, sich ohne Angst und in Ruhe zu organisieren und sich über die Projektzeit hinaus weiter zu vernetzen.
Dieses Nachfolgeprojekt hätte ein wesentlich kleineres Finanzvolumen als das vorliegende, und die Mittel dafür wären von Streetlife e.V. zu aquirieren.


Öffentlichkeitsarbeit

Im Internet ist durch die Initiative von Streetlife e.V. eine Kommunikations- und Diskussionsbasis entstanden. TeamerInnen und TeilnehmerInnen haben durch Links für die Möglichkeit einer Vernetzung der Interessierten Internet-User gesorgt. Die inhaltlichen Themen werden auch in Zukunft auf der streetlife-Homepage weiter diskutiert.

Auf Hamburger Ebene wurde das Hip Hop Projekt in der Hamburger MORGENPOST, bei Radio Hamburg und im evangelischen Pressedienst vorgestellt.

Auf lokaler Ebene wurden in der Stadtteilzeitung, den Schulen, über Einrichtungen, über "Mund zu Mund" - Propaganda und mit Plakaten, Flyern und Handzetteln informiert.
Auch in den umliegenden Kneipen wurde das Projekt ausgiebig diskutiert.

Auf regionaler Ebene fand die Vorstellung des Projekts und des inhaltlichen Arbeitsansatzes im Jugendhilfeausschuss und in regionalen Anzeigenblättern statt.


Dokumentation

Die Produktion der CD, des Videos und der Präsentationsmaterialien wird in den nächsten Wochen abgeschlossen sein.
Die Betroffenheitsberichte, Musiktexte und ausgesuchte Bilder der Übungen und der Abschlussveranstaltung werden in die Internetseite von Streetlife e.V. gestellt.


Ernst - Peter Hellmann,

Reiner Jodorf

© Streetlife e.V.

Text Ende