Hip
Hop - eine Jugendkultur
(von
MC A.D.O.P. a.k.a. Aimée Pingel)
Hip Hop ist ein Begriff, den fast jeder kennt und den die meisten Menschen trotzdem nicht genau definieren können. Hip Hop was ist das eigentlich? Hip Hop ist der Oberbegriff einer Jugendkultur, die sich aus vier Grundelementen zusammensetzt. Zur Hip Hop Kultur gehören Breakdance, Rap, DJing und Graffiti. Aktive Mitglieder der Hip Hop Szene drucken sich kreativ in wenigstens einer dieser Disziplinen aus.
Breakdance ist der akrobatische Ausdruckstanz der Hip Hop Szene. Seine Geburtstätte ist die Straße und er beinhaltet, wie alle Ausdrucksformen dieser Kultur, meist eine gewisse Herausfor- derung zum Wettbewerb an die potentielle Konkurrenz. Break- dance "Wird in erster Linie zu Hip Hop und Funk (-Musik) der 80er Jahre getanzt.
Die Hip Hop Musik häufig auch Rap Musik genannt, lebt hauptsächlich von einer speziellen, rhythmischen Farm des Sprechgesangs, dem Rap. Die zur Musik gesprochenen Reime finden ihren Ursprung in der Hip Hop Szene und werden erst in den letzten Jahren auch erfolgreich in der Popmusik, ohne entsprechenden kulturellen Hintergrund eingesetzt.
Hip Hop Musik ist die Musik der Hip Hop Kultur, in der sich der "Lifestylee" der Szene wiederspiegelt. Die Texte drehen sich häufig um die Werte und Normen und um das Leben in der Hip Hop Szene.
Jedoch gibt es durchaus auch Unterschiede bei der Themenauswahl für die Texte so-wie bei der Stilistik des Vortrags. Es gibt politischen, sexistischen, sozialkritischen und spaßorientierten Rap sowie zahlreiche andere Formen.
Dem Discjockey kommt im Hip Hop Kontext eine besondere Bedeutung zu, er ist der Verbündete des Rappers und bietet die sem das musikalische Fundament um seine Texte live vorzutragen. Live-Bands als musikalische Mitstreiter sind eher die Ausnahme, üblich ist die Kombination von einem oder mehreren Rappern und einem DJ. Dieser mischt dabei verschiedene Instru mentalstücke hintereinander, blendet sie ineineinder über und kombiniert sie neu. Das DJing ist die Kunst, Plattenspieler und Mischpult wie Musikinstrumente einzusetzen. Dazu gehört unter anderem das Scratching, eine Methode durch rhythmisches Vor- und Zurückbewegen der Schallplatte unter der Abtastnadel Geräusche zu erzeugen, die dann wiederum in laufende Musik eingefügt werden können. Die verschiedenen "Tricks" des DJs erfordern viel Geschicklichkeit und Übung.
Häufig übernehmen DJs auch die Rolle des Produzenten im (Ton-) Studio, wobei sie mittels verschiedener technischer Geräte wie Computer und Sampler kleine musikalische Versatzstücke zu neuen Kompositionen zusammenfügen, auf die dann gerappt werden kann.
Außerdem muß noch die Kunst des "Beat Boxing" erwähnt werden, eine Methode, mit dem Mund Rhythmen und Geräusche zu erzeugen. Wenn keine technischen Geräte und Instrumente vorhanden sind, kann so trotzdem überall eine musikalische Begleitung zum Rappen erzeugt werden, beispielsweise auf der Straße oder im Park. Diese Kunstform kommt heute jedoch nur noch selten zum Einsatz und hatte ihren Höhepunkt in den 80er Jahren.
Graffiti stellt den vierten Teilbereich des Hip Hop dar.
Graffiti-Künstler fangen meist als " Tagger" an. Der " Tag" ist das Pseudonym, der Szene-Name des Graffiti-Malers oder Taggers. Allgemein geht es beim Graffiti darum, diesen Namen möglichst stark öffentlich sichtbar zu machen. Dies soll jedoch nicht -wild und gedankenlos sondern möglichst stilvoll und harmonisch in Form und Schönheit geschehen. Der Tagger malt seinen Namen Über- all hin, wo er meint, daß dieser viel gesehen wird. So werden beispielsweise S-Bahnen bevorzugt. Getaggt werden kann mit Filzstiften, Sprühdosen, Schuhcremetuben und ähnlichen Schreibgeräten.
Der Graffiti-Maler macht im Prinzip nichts anderes als der Tag- ger, nur daß er wesentlich aufwendiger arbeitet. Auch er malt seinen Namen in den öffentlichen Raum und sucht einen hohen Bekanntheitsgrad innerhalb der Szene. Der Graffiti-Künstler malt jedoch richtige Bilder aus seinern Tag und benutzt wegen der hohen Verarbeitungsgeschwindigkeit fast ausschließlich sprühfarben, da seine Werke in der Regel mehrere Quadratmeter groß sind. In hoher Qualität gelingen diese Bilder nur mit Typographie, Mal- und Zeichenkenntnissen, die meist über Jahre in au- todidaktischer Form erworben werden.
Graffiti ist der umstrittenste Bereich der Hip Hop Kultur, da die Bilder meistens illegal (z.B. auf Bahnwaggons) gesprüht werden. Außerdem übersteigen die Kosten für die ständig in großer Zahl benötigten Sprühdosen das Budget eines durchschnittlichen Jugendlichen, so daß die Farbe häufig geklaut wird.
Der Graffiti-Sprüher steht, sofern er nicht nur legal arbeitet, ständig mit einem Bein im Gefängnis.